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EinstiegsgeldFörderprogramm für Gründer

Einstiegsgeld

Das Einstiegsgeld wird für immer mehr ALG2 Bezieher zu einer ernsthaften Alternative wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Pro Monat sind es schätzungsweise ca. 5.000 Existenzgründer, welche sich mit diesem Förderprogramm selbstständig machen. Grundvorraussetzung für den Bezug von Einstiegsgeld, ist der Bezug von ALG2 Leistungen. Wie kommt Ihr an das Einstiegsgeld ran und wie wird es berechnet? Welche Unterlagen sind bei der Einstiegsgeld Beantragung einzureichen? Was ist, wenn die Existenzgründung scheitert, was passiert dann mit den bezogenen Fördermitteln? Und macht es überhaupt Sinn mit Einstiegsgeld zu gründen oder ist es nicht ggf. besser, einfach im ALG2 einen Nebenerwerb aufzunehmen?
 
Informationen zum Einstiegsgeld
Beim Einstiegsgeld erhält der Existenzgründer i. d. R. innerhalb der ersten 6 Monate nach Existenzgründung einen Zuschuss von 50% zu seinem ALG2 Bezug und gleichzeitig sämtliche sonstigen Sozialleistungen (Mietzuschüsse und Sozialversicherung) weitergezahlt. Also Bsp.: jemand hat mtl. 345 Euro ALG2, dann bekommt er mtl. 172,50 Euro als Einstiegsgeld oben draufgelegt, plus ggf. Mietzuschüsse und zusätzlich trägt der Staat noch (trotz Selbstständigkeit) die Kosten für (gesetzliche) Kranken- und Rentenversicherung. Da kommt dann schnell mal ein finanzieller Vorteil von mtl. 1.000 Euro zustande. Gleichzeitig müsst Ihr Euch darüber im Klaren sein, dass natürlich nach spätestens 7 Monaten der Hammer kommen kann, und ihr dann eben mtl. genau diese 1.000 Euro mehr erwirtschaften müsst, um Eure betrieblichen und persönlichen Ausgaben decken zu können. Laut der gesetzlichen Regelungen zum Einstiegsgeld ist auch eine Verlängerung der Einstiegsgeld Förderung bis zu 24 Monate beantragbar, die Praxis sieht aber so aus, dass meist nach 6 Monaten Schluss ist, bei vereinzelten Jobcentern wird auch mal noch der 7. - 12. Monat gezahlt, aber spätestens dann sagt der Fallmanager "Aus is".
 
Beantragt wird das Einstiegsgeld über das Jobcenter oder die ARGE oder teilweise auch auf dem Postweg. Die Antragsformulare sollten auf jeden Fall auch das Formular zur fachkundigen Stellungnahme enthalten. Der Antrag muss dann von Euch ausgefüllt werden und gleichzeitig müssen diverse Unterlagen für das Einstiegsgeld organisiert werden. Ein Businessplan, klar, wie immer. Ein Nachweis über Eure Qualifikationen und Fähigkeiten. Ein Lebenslauf. Teilnahmezertifikate von Gründerseminar oder vergleichbar sinnvollen Vorbereitungsseminaren für die Existenzgründung. Und dann gibt es auch Jobcenter die für das Einstiegsgeld sogar polizeiliches Führungszeugnis, Auszug aus dem Gewerbezentralregister oder den Abschluss einer Unfallversicherung sehen wollen. Und, nicht zu vergessen, natürlich auch der Nachweis über die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit vom Gewerbeamt (bei einer gewerblichen Existenzgründung) oder vom Finanzamt (bei einer freiberuflichen Gründung). So, alles schön zusammenstellen und dann erstmal ab zur fachkundigen Stellungnahme für das Einstiegsgeld, und danach dann das ganze Paket beim Jobcenter abgeben.
 
Muss das Einstiegsgeld zurückgezahlt werden, wenn die Existenzgründung nach den 6 Monaten nicht wie geplant läuft? Nein, es sei denn, ihr habt Euch in dieser Zeit mit dem Geld nach Hawai abgesetzt und weder betriebliche Einnahmen noch Ausgaben fabriziert. Also, wer in diesem Zeitraum nachweislich unternehmerisch tätig ist, hat sehr wahrscheinlich nichts zu befürchten. Fraglich wäre einzig, ob es überhaupt Sinn macht, mit dem Einstiegsgeld den Schritt in den Haupterwerb zu gehen, denn unterm Strich beträgt der finanzielle Mehrwert für den Gründer meist nicht mehr als die mtl. 172,50 Euro, wenn ihr statt der Einstiegsgeld Förderung wie folgt vorgeht: Während des Bezuges von ALG2 eine selbstständige Tätigkeit im Nebenerwerb aufnehmen, erstmal schauen wie diese läuft und wenn es gut läuft, dann raus aus dem ALG2, entweder mit Einstiegsgeld oder ganz ohne Förderung (soll ja auch gehen...). Bitte beachten, egal ob Nebenerwerb oder Haupterwerb, Ihr seid bedürftig, d. h. das was Ihr verdient (abzgl. einem Freibetrag von ca. 100 Euro) wird dem Einstiegsgeld oder sonstigen ALG2 Leistung gegengerechnet. Gewinn ist natürlich nicht gleich Umsatz und somit habt Ihr diesbzgl. auch über Eure Ausgaben einen gewissen Gestaltungsspielraum.